27. Mai 2004 in der Ärztezeitung:

Der deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) plädiert für einen freiwilligen Gesundheitschek von älteren Verkehrsteilnehmern.

 

Wie steht es um Ihre Fahrtauglichkeit ?

Beeinträchtigen altersabhängige Augenveränderungen, vielleicht von Ihnen bisher unbemerkt, Wahrnehmungen und Reaktionen?

90% aller Information aus dem Straßenverkehr leiten die Augen an das Gehirn weiter. Nur so können wir schnell reagieren, richtig bremsen und zuverlässig ausweichen.

Den Führerschein erwirbt man in der Regel in jungen Jahren, und die im Sehtest geprüften Voraussetzungen erfüllt fast jeder. Wir vertrauen darauf, daß es immer so bleibt.

Aber mit zunehmendem Alter, etwa ab  40 Jahren, schleichen sich langsam und meist unbemerkt Sehmängel ein. Diese betreffen fast alle verkehrsrelevanten Sehfunktionen.

Besonders gilt dies für das Sehen in der Dämmerung  und die Blendungsempfindlichkeit.

Durch die altersbedingte Eintrübung der optischen Medien des Auges kommt es zu vermindertem Kontrast der Netzhautbilder. Dies hat zur Folge, daß Objekte mit  mäßigem oder schlechtem Kontrast, wie sie im Straßenverkehr oft vorkommen, noch schlechter erkannt werden, als dies bei normal Sehtüchtigen der Fall ist.

Auch Einschränkungen des Gesichtsfeldes werde oft nicht oder zu spät  von Autofahrern zur Kenntnis genommen, solange  eine brauchbare zentrale Sehschärfe vorhanden ist.

 

Die Selbsteinschätzung des Sehvermögens bereits Verunfallter unterliegt häufig einer optimistischen Selbsttäuschung.

Die Unfallstatistiken zeigen, daß in entsprechenden Situationen ältere Verkehrsteilnehmer in komplexen Verkehrssituationen und bei ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen in Proble geraten.

Vom Gesetzgeber wird im Gegensatz zu den gesetzlich vorgeschriebenen turnusmäßigen Pflichtprüfungen bei Inhabern höherer Führerscheinklassen bei den Inhabern einer Fahrerlaubnis für Personenwagen oder Motorräder  an deren Einsicht appelliert und dem Verantwortungsbewußtsein des mündigen Verkehrsteilnehmers gegenüber staatlicher Bevormundung der Vorzug gegeben.

 

Vergewissern Sie sich freiwillig, daß die vor Jahren bestätigte Kraftfahrzeugtauglichkeit heute noch aktuell ist, denn sie ist die versicherungsrechtliche Voraussetzung für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Stecken Sie nicht "den Kopf in den Sand" aus Angst vor der möglichen Wahrheit.

Untersuchungsergebnisse unterliegen von vorn herein erst einmal der ärztlichen Schweigepflicht.

Mit dem selben Verantwortungsbewusstsein, mit dem Sie heute Auto fahren, werden Sie auch morgen mit neuen Erkenntnissen über Ihr Sehvermögen umgehen können.

Oft erhält man ja auch die erleichternde Bestätigung der stillen Hoffnung, daß das Alter bisher noch keine relevanten Veränderungen verursacht hat.

                                                                                                                                                            Seitenanfang

                                                                                                                                                                      

                                                            http://www.augenarzt-de-heine.de